
Vorarlberg ist das westlichste Bundesland Österreichs. Die Bevölkerung spricht allemannische Dialekte, eng verwandt mit dem „Schweizerdeutsch“. Bis 15 v.Chr. war Vorarlberg vom keltischen Stamm der Brigantier besiedelt, bis sie von den Römern unterworfen wurden. Ab Mitte des 5. Jahrhundert siedelten hier Alemannen. Ab dem 14. Jahrhundert bemühten sich die Habsburger, ihre Schweizer und österreichischen Besitzungen durch Zukäufe zusammenzuführen. In Napoleons Epoche war Vorarlberg bayerisch, ehe es 1814 wieder zu Österreich kam. Nach dem Fall der k.k. Monarchie ergab eine Volksabstimmung zum Anschluss an die Schweiz eine Mehrheit von 80%, die sich wohl durch die geografische Lage erklärt. Die Rheinebene und der Bodensee öffnen sich Richtung Schweiz und Deutschland, das übrige Österreich war lange Zeit, besonders im Winter, nur unzulänglich über den Arlberg und die Silvretta angebunden. Dennoch kam es nie dazu, da sowohl die Vorarlberger Landesversammlung, als auch der Schweizer Bundesrat zögerten.
Über die Flexenpassstraße fahren wir Richtung Zürs. Die Strasse schmiegt sich malerisch in die Felswand, zeugt von hoher Ingenieurskunst und ist weitestgehend wintersicher durch Überdachungen und Tunnels
Zürs, einer der mondänsten Wintersportorte Österreichs, gleicht im Sommer einem gespenstischen Dorf. Die Hotel und Pensionen, alle gehobener Kategorie, sind verwaist und verschlossen. Nur wenige Einwohner bleiben im Sommer. Anfang Dezember erwacht der Ort wieder aus seinem Dornröschenschlaf.
Unsere Huskyhündin hat Gefallen an der guten Luft und der traumhaften Aussicht.
Besiedelt wurde das Gebiet um Lech von den Walsern, Schweizer Einwanderer aus dem Wallis. Heute gilt Lech am Arlberg als die reichste Gemeinde Österreichs. Die Quelle dieses Reichtums ist der Wintertourismus, aber allmählich nimmt auch der sommerliche Fremdenverkehr zu. Trotzdem hat sich der Ort seinen beschaulichen Charakter bewahrt. Und wirkt noch immer wie ein Dorf.
Die Gebirgsgruppe der Silvretta ist über die Silvretta-Hochalpenstrasse, sowohl von Tirol als auch von Vorarlberg erreichbar. Die Mautstrasse ist aber nur im Sommer geöffnet. An ihrem höchsten Punkt, der Bielerhöhe wurde der Silvretta Stausee errichtet, der einen grandiosen Panoramablick auf das Montafon frei gibt. Die Bielerhöhe ist Ausgangspunkt für beliebte Bergwanderwege.
Eindrücke der Umgebung von Schruns, am Eingang des Montafon gelegen, zeigen wir in winterlicher Umgebung. Das schneereiche Gebiet bietet Pisten und Abfahrten für jeden Geschmack. Ernest Hemingway war 1925/26 lange Gast in Schruns und vollendete hier seinen Roman „Fiesta“.
Im benachbarten Brandnertal wurde auf dem Scheitel einer Felswand am Ende des Talgrunds die Lünerseesperre errichtet, nur über schmale Saume oder mit der Seilbahn zu erreichen. Auch dieser Ort ist ein beliebter Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen.
Dornbirn ist das industrielle Zentrum Vorarlbergs. Der Marktplatz beherrscht die Pfarrkirche St. Martin, erbaut im klassizistischen Stil 1839. Das Wahrzeichen der Stadt ist aber das benachbarte „Rote Haus“. Erbaut 1639 steht es symbolisch für den Baustil jener Tage. Die rote Färbung verdankt es einem Schutzanstrich aus Ochsenblut.
Die wichtigste Sehenswürdigkeit aber ist das weltgrößte Rolls-Royce-Museum in Gütle, etwa 5 km vom Stadtzentrum entfernt, am Ausgang der Rappenlochschlucht, einer der größten Schluchten Mitteleuropas.
Untergebracht ist das Museum auf 3 Stockwerken in einer ehemaligen Textilfabrik. Hier sind die exklusivsten Modelle aus einem Jahrhundert Rolls-Royce Geschichte auf 3000 m2 ausgestellt, darunter Unikate berühmter Vorbesitzer wie Prinz Ali Khan, der Queen, General Franco oder Lawrence von Arabien, fast alle in fahrbereitem Zustand. Der Vorarlberger Franz Vonier hat sich seit seiner frühen Jugend auf die Reparatur und Sammlung von Rolls-Royce Modellen, insbesondere von Phantom spezialisiert und sich mit diesem Museum, das er heute mit seiner Familie betreibt, einen Lebenstraum erfüllt. Außer dem Nachbau der ersten Rolls-Royce Produktionsstätte, der „Cooke Street“, wurde ein englischer Tearoom mit original Stilmöbel von 1720-1920 eingerichtet, der sich besonders für Firmenevents, wie Incentives, aber auch für eine persönliche Teestunde eignet.
Schwarzenberg gilt als schönstes Walddorf im Bregenzer Wald. Seiner Weilerstruktur ist noch weitest gehend intakt und viele alte Bauernhäuser mit Schindelbeschlag sind in bestem Zustand erhalten. Jeden Sommer findet hier eine Schubertiade mit weltberühmten Sängern und Ensembles statt
Bregenz, die Landeshauptstadt Vorarlbergs ist die letzte Station unserer Rundreise durch Österreich. Es ist natürlich ihre Lage am Bodensee, welche die Stadtentwicklung bestimmt hat. Einen nicht zu übersehenden urbanen Fixpunkt bildet das moderne Kunsthaus. Am Hafen steht das neue Festspielhaus, rund 7.000 Zuschauerplätze mit Blick auf die größte Seebühne der Welt, im Sommer Schauplatz der Bregenzer Seefestspiele mit ihren monumentalen Kulissen; auf dem Programm hauptsächlich Oper, Operette und Musical. Hier wurde das Bregenzer Richtungshören entwickelt. Diese innovative akustische Methode erlaubt dem Zuschauer nicht nur die optische, sondern auch die akustische Lokalisierung des Schauspielers.
Die Altstadt mit ihren schmalen Gassen, überragt vom Martinsturm, größter Zwiebelturm Mitteleuropas, Wahrzeichen der Stadt, ist für einen Spaziergang die ideale Kulisse.
Ein Abstecher auf den Pfänder, den Bregenzer Hausberg, rundet unseren Aufenthalt ab und wenn der der Nebel sich lichtet, eröffnet sich von hier eine einzigartige Aussicht auf die Stadt, den Bodensee und die Alpen.
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