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Drei Städte symbolisieren in China die Zeit: Peking die Gegenwart, Xian die Vergangenheit und Shanghai die Zukunft.
Unsere virtuelle Rundreise beginnt in der Hauptstadt Peking oder Beijing, ca. 7,5 Millionen Einwohner, die auch in der Vergangenheit häufig Sitz der chinesischen Kaiser war. Neben modernen Verwaltungsgebäuden und Hotels prägt das kulturelle Erbe der Kaiserzeiten die Stadt, welche als Abbild des Kosmos geplant wurde.
Am Himmelsaltar, der als Mittelpunkt der rechteckigen Erde galt, über der sich der Himmel wölbte, legte einst der Kaiser dem Himmel Rechenschaft über sein vergangenes Regierungsjahr ab und bat um Segen für das nächste.
Das Himmelsgewölbe, wie diese einstöckige runde Halle genannt wurde, beherbergte die Geistertafeln des Himmels und die Ahnentafeln der kaiserlichen Vorfahren. Umgeben ist diese Halle von der Echomauer, an der aufgrund der exakten Bauweise der Schall optimal weitergetragen wird.
Durch das Tor der Ernteopfer gelangt man in den runden Innenhof, der durch die Halle der Ernteopfer dominiert wird. Diese besticht durch ihre perfekten Proportionen bei einem Durchmesser von 30m und einer Höhe von 38m. Das Dach ist mit 50.000 blauen glasierten Ziegeln bedeckt.
Die Mitte der Wege und Treppen ist mit weißen Marmorplatten und -reliefs bedeckt, über die ausschließlich der Kaiser schreiten durfte oder in Sänften getragen wurde.
Im Inneren der Halle der Ernteopfer sind heute symbolisch die Ernteopfer ausgestellt, wichtiger sind aber die architektonischen Symbole und ihre Bauweise. Die gesamte Halle wird von 28 Säulen getragen. Der innere Säulenring symbolisiert die vier Jahreszeiten, der mittlere die 12 Monate und der äußere die 12 Doppelstunden des Tages. Das gesamte Gebäude wurde nach chinesischer Tradition aus Holz ohne einen einzigen Nagel errichtet.
Der gesamte Tempelbezirk wurde um 1420 zusammen mit dem Kaiserpalast errichtet und ist heute der größte Tempel Chinas.
Die überdachten Wege an der Seite des Tempelbezirks dienen heute dem privaten Musizieren und dem Gesang älterer Menschen und werden somit auch Kommunikationszentrum inmitten der Großstadt.
Auf dem Weg zum Kaiserpalast Richtung Norden passiert man eines der noch erhaltenen Stadttore der alten Stadtmauer, das Qianmen-Tor und erreicht den Platz des himmlischen Friedens, den grössten öffentlichen Platz auf dieser Erde.
Im Westen ist der Platz begrenzt durch die Große Halle des Volkes, dem Sitz des Volksparlaments und der kommunistischen Partei, im Süden durch das Mao-Mausoleum, im Osten durch das Geschichts- und Revolutionsmuseum und im Norden durch das Tor des himmlischen Friedens – Tian’anmen –, dem Eingangstor zum Kaiserpalast, dessen Fassade heute noch durch eines der wenigen in China öffentlich sichtbaren Mao-Bildnisse verziert wird. Der grosse Vorsitzende Mao Tse-tung wollte damit wohl demonstrativ seinen Anspruch auf kaiserliche Macht dokumentieren. Dennoch wollen noch viele Chinesen einen Blick auf die Mumie Maos werfen.
Die Mitte des Platzes wird durch das 40m hohe Denkmal für die Volkshelden und ein Denkmal mit Szenen aus der Revolutionsgeschichte markiert.
Nachdem man das Tor des himmlischen Friedens und einige antike Kanonen passiert hat, steht man vor einem Tor, dem Mittagstor, mit beeindruckenden Ausmassen, welches jeden Besucher zu winzigen Dimensionen degradiert. Doch auch die gigantischen Ausmasse der Anlage demonstrieren in beeindruckender Weise die Macht der chinesischen Herrscher.
In diesem Bereich durfte kein Baum gepflanzt werden, aus Angst vor Anschlägen auf das Leben des Kaisers. Die großen Öllampen dienten der Beleuchtung, während die großen Metallgefäße mit Löschwasser gefüllt waren. Die dreistufigen Terrassen, auf denen die Hallen errichtet wurden, dienen neben der Machtdemonstration auch der Kanalisation des Regenwassers.
Errichtet wurde diese Anlage zwischen 1410 und 1420 in der Ming-Dynastie, nach 10 jähriger Bauzeit. 100.000 Handwerker und 1 Million Arbeiter waren mit dem Bau beauftragt. Vierundzwanzig Kaiser residierten in diesem Palast. Mehr als 500 Jahre war die verbotene Stadt das Zentrum der politischen Macht Chinas.
Hinter dem Tor der Höchsten Harmonie liegt schliesslich die Halle der Höchsten Harmonie, die von zwei mächtigen Löwen bewacht wird. Sie diente ausschliesslich zeremoniellen Zwecken des Kaisers, wie Thronbesteigung, Geburtstag oder Hochzeit. Der Aussenhof wurde für politische Ereignisse genutzt.
Mit etwas Ausdauer darf man im fast lebensgefährlichen Gedränge der Besuchermassen einen Blick auf den kaiserlichen Thron werfen.
Im Anschluss an die Halle der Höchsten Harmonie befinden sich die Hallen der Vollkommenen Harmonie, wo der Kaiser einmal im Jahr das Saatgetreide überprüfte, und die Halle zur Erhaltung der Harmonie in welcher der Kaiser die staatlichen Examen abnahm. Wer dieses Examen bestand, durfte den Palast durch das Haupttor verlassen.
Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die Pagode Baita im Beihai-Park, die anlässlich des Besuchs des 5. Dalai Lama 1651 errichtet wurde.
Im nördlichsten Teil der verbotenen Stadt liegt der kaiserliche Garten. Es sind zwar nicht alle der ca. 8000 Räume des Palastes öffentlich zugänglich, dennoch kann man viel Zeit damit verbringen, wenigstens einige der Nebengebäude, wie das Palastmuseum oder den Palast der Herzensbildung, in dem Pu Yi, der letzte Kaiser von 1912-1924 lebte, zu besichtigen.
Ein Muss für Peking-Besucher ist der Sommerpalast, auch Garten der Harmonischen Einheit genannt. Der Bau wurde 1153 in der Jin-Dynastie begonnen und 1764 in der Qing-Dynastie vollendet. 1860 wurde der Palast von englischen und französischen Truppen zerstört, um das Kaiserhaus zu demütigen. 1888 veranlasste die Kaiserwitwe Cixi den Wiederaufbau mit Mitteln, die eigentlich dem Wiederaufbau der kaiserlichen Flotte dienen sollten. Während des Boxeraufstands wurde die Anlage erneut zerstört und 1903 wieder aufgebaut.
Neben den Privatgemächern des Guangxu-Kaisers und der Kaiserwitwe Cixi beeindruckt der 730 m lange Wandelgang, der mit 8.000 Bildern und Szenen geschmückt ist. Vorbei am Berg der Langlebigkeit erreicht man das Marmorschiff, das im Gegensatz zur kaiserlichen Flotte seinen Ort nie gewechselt hat.
An der Rückseite des Bergs der Langlebigkeit findet man die Reste des Sumeru-Tempels und die alte Suzhou-Strasse. Sie wurde als Einkaufstrasse ausschliesslich für die Kaiserin errichtet, wo sie mit eigens für sie gedrucktem Geld bezahlen und sich die Zeit vertreiben konnte. Heute werden hier Kunsthandwerk und Souvenirs verkauft.
Die Grosse Mauer, hier bei Badaling, gehört zu den Höhepunkten einer Chinareise. Über die Länge der Mauern gibt es unterschiedliche Angaben. Meist geht man von einer Länge von 6.800 km aus. Die ersten Anfänge reichen bis 656 v..u..Z. zurück, als das Königreich Chu einen ersten Wall zur Verteidigung gegen den Staat Qi errichtete. Der erste chinesische Kaiser Qinshi ließ nach der Reichsvereinigung die ersten Mauerteile zu einer gemeinsamen Mauer verbinden. Zeitweise waren bis zu 100.000 Soldaten und 800.000 Zwangsarbeiter mit den Bauarbeiten beschäftigt, die im Todesfall in der Mauer begraben wurden. Später verloren weite Teile der Mauer ihre Bedeutung, da diese meist durch eigenes Territorium verliefen. Erst in der Ming-Dynastie wurde die Mauer wieder vollständig restauriert und diente zum Schutz gegen die Mongolen, die sich nach dem Sturz der Yuan-Dynastie nach Norden zurückgezogen hatten.
Die Bedeutung der Mauer lag aber nicht nur in der Verteidigung; sie war wichtig als Verbindungsstrasse, Transport- und Kommunikationsweg sowie als Unterkunft für Truppen und als Lager für Waffen und Munition.
Auf halbem Weg zwischen der Großen Mauer und Peking liegen die Mausoleen von 13 der 16 Ming-Kaiser. Frei zugänglich ist das Grab Dingling, das Grab des Wanli-Kaisers (1572-1620). Man betritt das 27m unter der Erde liegende Grab durch eine der Nebenkammern, die leer vorgefunden wurden. In der eigentlichen Grabkammer finden sich drei Särge, der des Kaisers, seiner Gemahlin und der einer Konkubine. Zwischen Eingang und Vorhalle befindet sich eine weitere Halle, in der drei Marmorthrone mit kleinen Altären aufgestellt sind.
Teil jedes Grabes ist ein hoher Stelenpavillon mit der Gedenkstele des Verstorbenen. Ist kein Text auf der Stele, so bedeutet dies, dass die Ruhmestaten des Verstorbenen so gross waren, dass sie auf dem zur Verfügung stehenden Raum nicht Platz gefunden hätten.Von aussen erscheint jedes Grab nur als runder Erdhügel. Die ursprüglichen Vorbereitungshallen in denen den Verstorbenen geopfert wurde, dienen heute als Ausstellungshallen von Grabbeigaben oder deren Kopien.
Betreten wurde die Mausoleumsanlage durch das Drachen- und Phönix-Tor vor dem der 1540 angelegte 800m lange Weg der Seelen liegt, der durch paarweise angeordnete überlebensgrosse Tiere, mystische Figuren und Beamte aus Stein gesäumt wird. Beim liegenden Elefanten ist dem Bildhauer allerdings ein Fehler unterlaufen. Durch diese Allee wurde der tote Kaiser auf seinem letzten Weg geleitet.
Im Stelenpavillon erhebt sich auf einer steinernen Schildkröte eine 6,5 m hohe Stele mit Inschriften des vierten Kaisers der Dynastie, Hongxi, der die Grabanlage seines Vaters beschreibt, der das Tal ausgewählt hatte.
Pekings Glocken- und Trommelturm bieten einen guten Ausblick auf die darunter liegende Hutong. Im alten China wurde der Tag in Doppelstunden eingeteilt.
Wenn möglich sollte man sich auch den Besuch eines chinesischen Kindergartens nicht entgehen lassen. Auffällig ist die große Disziplin, der sich bereits die Kleinsten unterwerfen.
In der Residenz des Prinzen Gong, des jüngeren Bruders des Xianfeng-Kaisers, gewinnt man einen guten Einblick in die Wohnkultur einer adeligen Familie. Nach dem Tod des Kaisers war er Mitregent, zusammen mit der Kaiserwitwe Cixi, des minderjährigen Tongzhi-Kaisers. Chinesen lieben es, in jedem Stein etwas zu erkennen, hier eine Mutter mit Kind. Im hauseigenen Theater finden jeden Abend Aufführungen der Peking-Oper statt.
Der gut erhaltene Lamatempel im Osten der Stadt wurde ursprünglich 1694 als Wohnhaus für den Thronfolger des Kangxi-Kaisers erbaut. 1744 wurde der Palast zu einer Tempelanlage des tibetischen Buddhismus umgebaut und ist heute der Sitz des Pantschen Lama, der als Inkarnation des Buddha Amitabha angesehen wird.
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