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Oberösterreich

Oberösterreich ist geologisch ähnlich geformt wie Niederösterreich und wird traditionell in vier Viertel unterteilt, Innviertel, Mühlviertel, Hausruckviertel und Traunviertel. Geschichtlich verdankt Oberösterreich seine Gründung König Ottokar II., der das von den Baiern besiedelte Gebiet politisch von der Steiermark trennte.

Wilhering

Aus Passau kommend, das zwar zu Deutschland gehört, dessen Bistum aber starken Einfluss auf die Entwicklung Österreichs nahm, führt uns der Weg im Donautal an Ottensherm vorbei nach Wilhering. Das 1146 gegründete Zisterzienserstift zählt zu den bedeutendsten und schönsten Rokokobauten Österreichs. Im 18. Jahrhundert brannte es fast vollständig ab und wurde anschließend im heutigen Erscheinungsbild wieder aufgebaut. 

Linz

Linz, Landeshauptstadt Oberösterreichs liegt am Ausgang des Tales, das die Donau durch die böhmische Masse geschnitten hat.

Hier siedelten bereits die Kelten. Während der Markomannenkriege gründeten die Römer das Kastell Lentia. Danach gehörte Linz bis 1210 zu den bayerischen Herzogtümern. Unter Friedrich III. war Linz Residenzstadt, da Wien von Matthias Corvinius besetzt war. Er ließ damals das Schloss, das an der Stelle des römischen Kastells errichtet worden war, ausbauen. Am Friedrichstor sind die Buchstaben A.E.I.O.U. eingraviert, die wir bereits aus Wr. Neustadt kennen.

Die Martinskirche, 799 erstmals urkundlich erwähnt, gilt als eine der ältesten in ursprünglichem Zustand erhaltenen Kirchen Österreichs.

Die Altstadt von Linz ist bekannt für ihre barocken Häuser und Hinterhöfe der Renaissance. Einer der schönsten ist der Hof des Landhauses.

Der Legende nach starb Friedrich III. im Kremsmünsterhaus.

Der neue Dom wurde vom Kölner Dombaumeister Vinzenz Statz errichtet. Der 134 m hohe Turm durfte nicht höher sein als der des Stephansdoms. Berühmt sind die Glasfenster mit Darstellungen der Linzer Geschichte.

Seit Beginn der 70er Jahre bemüht sich Linz, das Image der Stahl- und Industriestadt durch das Image einer Kulturstadt zu ersetzen. Deshalb finden besonders im Sommer viele Kulturveranstaltungen statt, z.B. die Linzer Klangwolke oder das internationale Brucknerfest. Bei unserer Ankunft laufen gerade die Vorbereitungen für ein Konzert mit Christina Stürmer, die international beachtet und mit Linz heimatlich verbunden ist. Als Konzertsaal dient der Hauptplatz, der größte mittelalterliche Stadtplatz Österreichs, auf dem wöchentlich Open-Air Veranstaltungen stattfinden.

An der Donau ist das moderne Lentos Kunstmuseum entstanden.

Neben dem Brucknerhaus, einem Konzert- und Kongresszentrum, ist die Donaulände; Treffpunkt und Veranstaltungsort für die Kinder-Klangwolke. Hier entstand eine Sammlung  von Plastiken nationaler und internationaler Künstler im Rahmen des „forum metall, 1977“.

Am anderen Donauufer, neben der Nibelungenbrücke ist das Ars Electronica Center untergebracht, das sich weltweit als erstes bemühte, Virtuelle Welten einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Angesteuert von vernetzten Multiprozessor PC´s betritt man den Cave, einen würfelförmigen Raum. Eine Brille übermittelt dem Rechner den Standort und die Blickrichtung des Betrachters, worauf der Rechner die entsprechenden Bilder auf die Seitenwände des Caves projiziert. Die Bilder werden als Stereobilder ausgestrahlt, so dass  beim Tragen der Brille ein räumlicher Eindruck entsteht. Somit kann man sich virtuell durch das Lentos, den neuen Linzer Hauptbahnhof oder Schloss Schönbrunn bewegen. Daneben bietet die Ars Electronica viele weitere Attraktionen, die Kindern und Erwachsenen die Anwendungsmöglichkeiten Virtueller Realität auf interessante Art näher bringt.

In unmittelbarer Nähe zum Hauptplatz befinden sich die ehemaligen Wohnhäuser der berühmten Söhne der Stadt, Adalbert Stifter und Johannes Kepler.

Im benachbarten alten Dom war Bruckner von 1856 an zwölf Jahre als Organist tätig. Die berühmte Orgel wurde nach ihm benannt.

Das Design Center dient als Ausstellungsgelände und trägt ebenfalls zum Ruf von Linz als moderne Stadt bei.

Auf der gegenüber liegenden Seite der Donau erhebt sich der Pöstlingberg. Neben einer schönen barocken Wallfahrtskirche, bietet er einen herrlichen Rundblick über Linz, das Donautal und Teile des Mühlviertels.

Die abendliche Illuminierung der Donauufer zieht die Blicke an und lässt eine würdige Kulisse für Europas Kulturhauptstadt des Jahres 2009 erahnen.

Stift St. Florian

Das Augustiner-Chorherenstift St. Florian, nahe der Stadt Enns, wurde im barocken Stil von Carlo Antonio Carlone erbaut und von Jakob Prandtauer vollendet. Berühmt ist die Orgel in der Basilika, ebenfalls Brucknerorgel genannt, da auch hier Bruckner als Organist tätig war. Bruckner ist in der Stiftskirche begraben.

Enns

Enns gilt als älteste Stadt Österreichs. Die Römer unterhielten in Lauriacum ein Heerlager mit bis zu 6.400 Soldaten, zugleich war es auch Sitz des Flottenkommandanten der Donauflotte. Hier wurde die Georgenberger Handfeste unterzeichne, durch die nach dem Tode Ottokar IV. die Steiermark an Österreich fiel. Der Stadtturm, das Wahrzeichen der Stadt, wurde unter Kaiser Ferdinand I. errichtet.

Wels

Das Gebiet um Wels ist seit der jüngeren Steinzeit besiedelt. Unter den Römern entwickelte sich Ovilava zur Großstadt und später zur Hauptstadt von Ufernoricum. Nach großen Verwüstungen im Laufe der Völkerwanderung erlangte Wels erst wieder vom 6. Jahrhundert an unter den Baiern eine gewisse Bedeutung. Nach den Babenbergern kamen die Habsburger, und unter Maximilian I. rückte Wels in den Blickpunkt kaiserlicher Interessen, da Maximilian in der Welser Heide ein Jagdschloss unterhielt. Maximilian verstarb in der Welser Burg dann auch im Jahre 1519. Heute ist Wels vor allem als Messestadt bekannt.

Das schönste Haus in Wels ist das Haus der Salmone Alt, auch Hoffmannsches Freihaus genannt. Salmone Alt war die Lebensgefährtin des Fürsterzbischofs von Salzburg, Wolf Dietrich von Raitenau, dem sie 15 oder 16 Kinder gebar. Für sie errichtete er das Schloss Mirabell in Salzburg.

Stift Kremsmünster

Das Benediktinerstift Kremsmünster wurde vom bayerischen Herzog Tassilo III., dem letzten Agilolfinger, gegründet. Nach seiner Verurteilung und Verbannung ins Kloster konnte er den Tassilokelch, vermutlich ein Hochzeitsgeschenk anlässlich seiner Hochzeit mit der Langobarden-Prinzessin Liutbirga, nach Kremsmünster retten, wo er noch heute das berühmteste Ausstellungsstück darstellt. Weniger bekannt ist ein einmaliges Beispiel barocker Baukunst, der Fischzuchtbehälter. In fünf Becken, von Arkaden mit römisch-toskanischen Säulen umgeben, wird Fischzucht betrieben.

Das barocke Stift wurde von Jakob Prandtauer geschaffen, der auch Stift Melk errichtete. Die Pfeiler des Mittelschiffs schmücken flämische Bildteppiche aus dem 16. Jahrhundert.

Am Ende der Stiftsanlage liegt die 1748 errichtete Sternwarte, erstes Hochhaus Europas.

Einer der Schüler des Stiftsgymnasiums  hieß Adalbert Stifter.

Gmunden

Gmunden liegt am nördlichen Ufer des Traunsees im oberösterreichischen Salzkammergut und wurde durch die Fernsehserie „Schloss Orth“ berühmt. Schloss Orth zählt zu den ältesten Gebäuden Oberösterreichs und war meist im Besitz der Habsburger. Zeitweise war es auch Sitz der Gerichtsbarkeit, wovon die erhaltenen Arrestzellen zeugen.

Gmundens Wohlstand beruhte für lange Zeit auf dem Salzhandel. Nach dem Niedergang seiner Bedeutung wandelte sich Gmunden zur Kurstadt und stand in direkter Konkurrenz zum nahe gelegenen Bad Ischl.

Traunkirchen

Traunkirchen gehört seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Von 1020 bis 1571 war hier der Sitz eines Bendiktinerinnenklosters. Idyllisch auf einer Halbinsel gelegen, lässt sich hier die Seen- und Berglandschaft besonders gut genießen.

Attersee

Der Attersee ist Oberösterreichs größtes Binnengewässer. Gustav Klimt verbrachte hier einige Sommer. Am Nordufer hat man steinzeitliche Pfahlbauten gefunden.

Mondsee

Der Mondsee ist mit bis zu 26º C der wärmste See des Salkammerguts. Auch hier wurden am Nordwestufer Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit gefunden, die auf Grund ihrer Reichhaltigkeit der Mondseekultur ihren Namen gaben.

Wolfgangsee

Der größere Teil des Wolfgangsees gehört zum Bundesland Salzburg. St. Wolfgang, touristisches Zentrum des Salzkammerguts hingegen, der Ort, der durch das Lustspiel „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ Weltruhm erlangte, liegt noch auf oberösterreichischem Gebiet. Der Raddampfer „Kaiser Franz Joseph“, 1873 in Betrieb genommen, ist noch heute Teil des Linienverkehrs auf dem See. In der Stadtpfarrkirche ist der berühmte Flügelaltar von Michael Pachers zu sehen.

Mit der Zahnradbahn fahren wir auf den Schafberg. Auf einer Länge von knapp 6 km überwindet sie 1.200 m Höhenmeter. Die Endstation liegt auf über 1.700 m. Von hier aus hat man einen wunderschönen Überblick über die Seen des Salzkammerguts. Zu sehen sind im wesentlichen Attersee, Mondsee und Wolfgangsee. Bei regem Touristenandrang fahren zwei Bahnen in kurzem Abstand hintereinander.

Hallstatt

Hallstatt, am gleichnamigen See gelegen, ist eine besondere Stadt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts war sie lediglich per Schiff oder über schmale Pfade zu erreichen. Dennoch verfügt der Ort über eine reiche Geschichte. Erste Funde datieren aus der Zeit um 5.000 v.Chr. Nach dem Fund von 2.000 Gräbern aus der Bronzezeit um 800 bis 400 v.Chr., hoch über dem See, wurde die Hallstattzeit nach dieser Fundstätte benannt. Der Grund für die frühe Siedlungstätigkeit lag im Salzbergbau. Das älteste Bergwerk der Welt ist im Rahmen von Führungen zugänglich. Die erste Soleleitung der Welt wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Ebensee am Traunsee verlegt.

Die Häuser der eng bebauten Ortschaft liegen meist direkt am See und waren bis zum Bau einer Straße nur über die Dachböden von oben erreichbar. Die anderen schmiegen sich malerisch an die steil ansteigenden Berghänge.

Ein besonderes Erlebnis ist die seit 1623 jährlich an Fronleichnam stattfindende Seeprozession. Erst zieht die von Bergmannsknappen begleitete Prozession von der am Berghang gelegene Kirche zum Hauptplatz, wo sie ihre erste Station einlegt. Von dort geht es mit dem Schiff, bzw. Fua und Mutzen genannten Plätten, über den See zu weiteren Stationen. Das Altarschiff und das Schiff mit der Bergmannskapelle wird von hunderten Booten und Schiffen begleitet.

Nur wenige Kilometer entfernt erreichen wir mit der Seilbahn die Dachstein-Rieseneishöhle. Hier wurde das Skelett eines etwa 1.000 kg schweren Höhlenbären gefunden. Das Eis in der Höhle ist bis zu 500 Jahre alt und erreicht stellenweise eine Dicke von 20 m. Licht- und Farbenspiele geben der Höhle ein schönes Ambiente. Besonders angenehm ist der Besuch der ca. 1ºC kühlen Höhle an heißen Sommertagen.

Noch höher geht es mit der Seilbahn auf das Plateau des Krippensteins, im Winter ein idealer Ort zum Schifahren, dient es im Sommer als ideale Absprungplattform für Paragleiter. 1.000 m Höhenunterschied sind bis zum Talgrund zu überwinden. Die Aufwinde ermöglichen es den Gleitschirmfliegern, stundenlang in der Luft zu bleiben.

!954 ereignete sich hier eine Tragödie, bei der sich eine Schulklasse aus Heilbronn – 10 Kinder, drei Lehrer -  im Nebel, 300 m von der Bergstation entfernt, verirrte und erfror.  Eine Gedenkkapelle erinnert daran.

Die einheimischen Huskys begrüßen unsere Huskyhündin mit lebhaftem Gebell, welches unsere Hündin wohlwollend zur Kenntnis nimmt.

Gosausee

Ein besonderes Juwel ist die Region um den Gosausee. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Dachstein. Im Sommer ein ideales Gebiet für Wanderungen, im Winter ein schneereiches Wintermärchen.

Bad Ischl

Auch das nahe gelegene Bad Ischl besuchen wir im Winter. Auch der Raum um Bad Ischl war im Laufe der Jahrtausende immer wieder schwer umkämpft. Den Durchbruch zu einer friedvollen Gegenwart schaffte die Stadt erst, als 1823 das erste Sole-Heilbad eröffnet wurde. 1849 wählte Kaiser Franz Joseph I. diesen Ort zu seiner Sommerresidenz, im Jahr 1853 erfolgte in Bad Ischl seine Verlobung mit Sisi. Die Kaiservilla mit ihrem weitläufigen Garten ist ein beliebtes Touristenziel. Die Villa ist aber auch Ort einer tragischen Erinnerung: nach der Ermordung des Thronfolgers in Sarajevo unterschrieb der Kaiser hier im Arbeitszimmer die Kriegserklärung an Serbien, Auslöser des ersten Weltkrieges.

Die Stadt profitierte stark von der Anwesenheit des Kaisers und viele Gebäude wurden im damals üblichen k.k.-Stil errichtet. Auch die Kunst folgte im Windschatten des Kaisers. Häufiger Gast in Ischl war Anton Bruckner, und Lehar verbrachte hier ab 1912 fast jeden Sommer. Seine Villa ist heute ein Museum.

Noch einmal rückte Bad Ischl in das Blickfeld der Weltpolitik, als sich 1961 auf dem Höhepunkt der Kuba Krise John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow erst in Wien und später hier im Kurhaus trafen.

Auf dem Hausberg von Ischl, der Katrin, gönnen wir unserem Hund ein Schneevergnügen. Doch auch die Menschen erfreuen sich am Fasching und dem Schifahren.


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