
Guilin
Guilin liegt in der autonomen Provinz Guangxi des Zhuang-Volkes und ist hauptsächlich für seine Karstberge bekannt; daneben gibt es aber noch viele andere Sehenswürdigkeiten.
Am Eingang der Ludi-Höhle hat der über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Maler Huang Xu sein Atelier aufgeschlagen. Bei seinen Bildern wird die Tusche nicht mit dem Pinsel aufgetragen sondern mit den Lippen geblasen.
Die Ludi- oder Schilfrohrflöten-Höhle ist eine sehr grosse, bunt ausgeleuchtete Tropfsteinhöhle, was aber in natura nicht kitschig wirkt. Jeden Stein ist in China zugleich seine Interpretation. Hier ist es die Freiheitsstatue von New York. Wobei wir uns sicher sind, dass diese zum Zeitpunkt der Entstehung der Höhle noch nicht existierte. Die Interpretationen entspringen wohl dem noch immer im chinesischen Volk verwurzelten Glauben an Geister und Dämonen.
Eine sehr schöne Aufführung von Minderheitentänzen kann man im Frühlingstheater besuchen.
Nachts erstrahlt auch Guilin in allen Farben. Die Menschen scheinen die Abendstimmung zu lieben und verbringen viel Zeit im Freien. Obwohl Guilin eher zur Provinz zählt, präsentiert es sich als moderne Großstadt. Die Einkaufsmöglichkeiten könnten sich genauso gut in einer westlichen Metropole befinden.
Die Pagoden der Stadt besetzen mehr als einen Rekord im Guinness-Buch der Rekorde, z.B. als grösste aus Kupfer gebaute Pagode der Welt.
Der Sieben-Sterne-Park ist eine Mischung aus Park, Zoo und Erholungsgebiet. Sehenswert ist vor allem das 106 m breite steinerne Denkmal, das die 7.000-jährige Geschichte Chinas in symbolischen Bildern darstellt. Neben einem Panda und einem Tiger befinden sich in diesem Park Naturschönheiten, wie der Kamelbuckelberg, vor dem einst Bill Clinton eine Rede zum Thema Umweltschutz gehalten hat.
Der Ausblick vom Gipfel des Duxio zeigt die schöne Kulisse der berühmten Karstberge. Leider ist heute das Wetter nicht so klar und die Sicht etwas eingeschränkt.
Bekanntestes Wahrzeichen Guilins ist der Elefantenrüsselberg. Umlagert von Touristen, stellen sich hübsche Angehörige von Minderheitenvölkern den Fotografen.
Der Elefantenrüsselberg ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass auch Guilin den zerstörerischen Kräften des Hochwassers ausgeliefert ist.
Trotz einer Wassertemperatur von 8°C sahen wir viele Menschen im Fluss ihr morgendliches Bad nehmen.
Am Fubo-Berg befindet sich ein Höhlensystem mit mehreren hundert in Stein gemeisselten Statuen und Buddhas.
Die 85 km lange Fahrt auf dem Li-Fluss von Guilin bis Yangshou gehört zu den beliebtesten Zielen in der Provinz. Die bizarre Landschaft bildet ein ungewohntes Szenario, das belebt wird durch den regen Schiffsverkehr und die Fischer, die während der Fahrt an Bord ihren Fang verkaufen.
Wasserbüffel, Kormorane, Minderheitendörfer, schroffe Felsen und einfache Menschen bei der Arbeit, oder ein einfacher Fischer, der sich durch die kreuzenden Ausflugsschiffe nicht im Geringsten stören lässt, liefern die Bilder, die sich einprägen.
In der näheren Umgebung gibt es noch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, etwa den Mondberg oder einen 1.500 Jahre alten Baum dessen breit ausladenden Äste eine Stütze benötigt.
Guilin lebt zu einem guten Teil vom Tourismus. Die Stadt investierte grosse Summen in das Projekt „Dreams of Colours“. Vier Seen und zwei Flüsse wurden durch Schleusen verbunden. An die zwanzig Brücken, alles symbolische Nachbauten berühmter Brücken aus der ganzen Welt, wie die Tower Bridge oder die Golden Gate Bridge, überspannen das Kanalsystem. Nachts im Lichterglanz geniesst man die farbenprächtige Kulisse vom Boot aus. den Höhepunkt bildet eine ganz aus Glas gebaute Brücke, Baukosten: 200.000 Dollar. Sie ist aber nur bei speziellen Anlässen öffentlich begehbar.
Einen Zoobesuch hatten wir eigentlich nicht vorgesehen. Der Besuch des Tiger und Bären Zoos in Guilin ist aber einen Besuch wert. Hier leben ca. 250 Tiger, darunter auch selten gewordene weisse sibirische, sowie 350 Bären und einige Löwen. Den Besuchern werden auch artistische Vorführungen geboten, die an Veranstaltungen im Europa der fünfziger oder sechziger Jahren erinnern. Die Reiterkunststücke lassen die Traditionen mongolischer Steppenvölker wieder aufleben.
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