
Dazu
Nordwestlich von Chonqging befinden sich die ca. 50.000 buddhistischen Steinskulpturen von Dazu. Die bekanntesten sind am Nordberg (Bei Shan) und am Schatzkammerberg (Baoding Shan) zu besichtigen. Im 9. Jahrhundert befand sich am Fuß des Nordbergs ein Militärlager des Königreiches Shu, in das viele Buddhisten während der Verfolgung geflohen waren. Ein General gab den Befehl zum Bau der ersten Skulpturen. Heute sind sie Weltkulturerbe und stehen unter dem Schutz der UNESCO.
Auf dem Weg vom Nordberg zum Schatzkammerberg hat man Gelegenheit, etwas vom Landleben der Chinesen zu sehen. Landwirtschaft in China erinnert mehr an Gartenbau. Jeder Quadratzentimeter wird intensiv, in mühevoller Handarbeit gepflegt. Landwirtschaftliches Großgerät ist praktisch unbekannt. Nur selten zu sind kleine Traktoren zu sehen.
Nudeln, wie Wäsche zum Trocknen aufgehängt, gehören zum Alltagsleben.
Das Leben einer Großfamilie findet auf der Strasse statt. Der guten Laune tut das keinen Abbruch.
Eine Ziegelbrennerei, als Hügel verkleidet, mitten in der Landschaft. Pferde sind das einzige Transportmittel.
Der Longevity-Tempel gehört neben dem Baoding Shan und dem Emei Shan zum heiligen Besitztum der Buddhisten in China. Das 1178 erbaute Gebäude dient auch heute noch als Kloster.
Der Schatzkammerberg mit seinen 10.000 Skulpturen ist die zu Stein gewordene Bibel der Buddhisten. Die Skulpturen zeigen neben den Gottheiten viele Beispiele, für welche Taten man nach dem Tode welche Strafe zu erwarten hat, es sei denn, man schafft durch rechtgläubiges Leben den Einzug ins Nirwana. Neben dem schlafenden Buddha ist Guanyin, die Göttin der Barmherzigkeit mit 1.000 Händen und 1.000 Augen, die bekannteste Skulptur und wurde früher als Mann dargestellt, später, wie in diesem Beispiel aus der Song Dynastie, war sie eine Frau.
Zigong
200 km südwestlich von Dazu, in Zigong, befindet sich Chinas bekannteste Fundstätte von Dinosauriern. Das modern gestaltete Museum zeigt an die zwanzig vollständig erhaltene Skelette verschiedener Saurierarten zwischen 135 und 205 Millionen Jahre alt, und den grössten je gefundenen Unterschenkelknochen eines Dinosauriers, 4,3 m lang.
In Zigong findet sich auch noch ein sehr schönes Salzmuseum, einst von der Salzzunft als Gästehaus gebaut, ein architektonisches Juwel, zeigt es sehr anschaulich die chinesischen Methoden zur Salzgewinnung im Wandel der Zeit.
Leshan
Eine Autostunde in Richtung Nordwesten erreicht man Leshan, bekannt für den grössten Buddha der Welt sowie dem Lingyun- und Wuyou-Tempel. Neunzig Jahre wurde an dem 71 m hohen Buddha im 8. Jahrhundert gebaut.
Emei Shan
Der Emei-Berg zählt zu den vier heiligen Bergen Chinas und symbolisiert das Feuer. Die wilden Bergaffen, vor denen unsere Begleiter grossen Respekt haben, scheinen weniger heilig zu sein. Mit dem Auto fährt man über eine schön gewundene Strasse bis auf zweieinhalbtausend Meter Höhe. Nach einer halben Stunde Wanderung durch die obligatorischen Souvenir-Strassen erreicht man die Seilbahn, die nochmals an die 500 Höhenmeter überwindet.
Der ältere Herr ist, begleitet von seiner Tochter, schon seit zwei Wochen unterwegs. Sie haben zu Fuss in mehreren Tagesmärschen den Berg bezwungen, nachdem sie mehrere Tage mit der Eisenbahn aus der Nähe von Peking unterwegs waren. Sein Wunsch ist, persönlich eine berühmte Schriftrolle, die im Kloster verwahrt wird, zu lesen.
Der ursprünglich daoistische Kranichtempel ist berühmt für seine Bibliothek und die Bewahrung und Weiterentwicklung medizinischen Wissens.
Der Ausblick vom Gipfel des Dreitausenders ist grandios, sofern die Wolken ihn zulassen. Bei klarer Sicht sind sogar die ersten Gipfel des Himalaya zu sehen.
Ausser Devotionalien-Papierchen hat sich auch schon manch verwirrter Buddhist die Felsen hinabgestürzt, um das Nirvana zu erreichen. Nach einem Brand, bei dem bis auf die Glocke alles abbrannte, wurde der Tempel wieder völlig neu aufgebaut. Auch die drei Boddhisattvas in der Haupthalle sind nicht mehr die ursprünglichen.
Von den einst über 200 Tempel am Emei Shan sind nur noch etwa 20 erhalten, der Rest wurde hauptsächlich während der Kulturrevolution zerstört.
Die enge Bindung des Tempels an den tibetanischen Buddhismus ist auch an seinen Besuchern erkennbar.
Etwas aus der Reihe sticht der Wannian-Tempel - Tempel der Ewigkeit, eigentlich der 10.000 Jahre, höchste Zahl im chinesischen Zahlensystem, gleichbedeutend mit “ewig” -, da er starke indische Einflüsse aufweist. Er ist der älteste Tempel am Emei-Berg, der bis heute überlebt hat. Die auf einem Elefanten mit sechs Zähnen sitzende Bronzestatue des Bodhisattwa Puxian überragt die Landschaft dieses grossartigen Gartentempels.
Abends kann man sich in der bunt beleuchteten Stadt an einem der zahlreichen Strassenrestaurants den kulinarischen Genüssen der chinesischen Küche hingeben.
China produziert hervorragenden Wein, auch wenn der Pro-Kopf-Verbrauch nur bei einem halben Glas pro Jahr liegt.
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