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Chongqing

Nach vier Tagen und fünf Nächten erreichen wir in den ersten Morgenstunden des nächsten Tages Chongqing - Stadt mit dem Status einer regierungs-unmittelbaren Stadt und damit Peking, Tianjin und Shanghai gleichgestellt - mit 33 Millionen Einwohnern, das Tor zu den westlichen Landesteilen Chinas. Nur selten kann man hier einen klaren Himmel erkennen, deshalb wird diese Stadt auch “Nebelstadt” genannt.  Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, das Klima oft schwül und heiss.

Den Mittelpunkt der Stadt bildet die Volkskongresshalle und der  Platz davor. Er wird als Kommunikationszentrum genutzt und modernstes elektronisches Equipment dient dazu, um breiten Bevölkerungsschichten die neuesten Nachrichten zuteil werden zu lassen. Es bereitet Vergnügen, den Menschen bei Tai-Chi zuzusehen. Abends ist der Platz ein beliebter Austragungsort für die Opa-Oma-Disco.

Die Volkskongresshalle bietet 4.500 Menschen Platz. Sie wurde von 1951 bis 1954 erbaut, sicherlich auch ein Symbol, nachdem Chongqing von 1937-1946 Sitz der nationalchinesischen Regierung unter Chiang Kai-schek war, der die Kommunisten nie als legale Partei anerkannt hatte. Auf der anderen Seite des Platzes wird gerade ein modernes Hotel- und Kongresszentrum erbaut.

Im Vorort Ciqikou bekommt man noch einen Eindruck davon, wie die Stadt früher ausgesehen haben mag. Die engen Gassen mit vielen kleinen Läden und Restaurants laden zum Verweilen ein. Hier kann man ausgezeichnet den Huogou genießen, wie der Feuertopf, eine Spezialität von Chongqing, genannt wird.

Das Städtchen wird von vielen Studenten frequentiert, die hier die Musse finden, die ihr Studium erfordert. Ebenso werden hier viele kunsthandwerklichen Produkte angeboten.

Einmalig ist die Art und Weise, wie akrobatisch uns der Tee serviert wird.

Das Zentrum Chongqings,  ein Meer aus Hochhäusern, liegt auf einer Halbinsel an der Mündung des Jialing Jiang in den Jangtse. Den besten Ausblick hat man vom Eling-Berg. Die Stadt verteilt sich über mehrere Hügel, weshalb sie auch Bergstadt genannt wird. Die kleine Insel im Jangtse diente im Krieg gegen Japan als Landebahn für die Nachschubbasis der Amerikaner zur Unterstützung der Nationalchinesen. Mittels dieser Unterstützung konnte die Straße nach Burma wieder freigekämpft werden. Das Stilwell-Museum, zu Ehren des amerikanischen Generals, erinnert daran.

Im Sommer erreichen die Temperaturen oft weit über 40° C, dann gibt es auch für alle hitzefrei. Chongqing zeigt die dramatische Entwicklung der chinesischen Wirtschaft wie keine andere Stadt. Gegründet vor ca. 4.000 Jahren, regierungsunmittelbare Stadt seit 1997, soll sie in etwa 5 Jahren die Wirtschaftskraft Shanghais erreichen, in 15 Jahren die Hongkongs. Etwas im Gegensatz dazu steht der Besuch eines lokalen Fisch- und Fleischmarktes, der wohl nicht unseren gewohnten Ansprüchen an Hygiene genügt.

Die Regierung erhofft sich durch die Stärkung Chongqings vor allem eine Stärkung der agrarischen westlichen Landesteile. Chongqing ist Zentrum der Metallverarbeitung und Autoindustrie, aber auch Erdöl und Gas tragen zum Wirtschaftsaufschwung bei. 2,8 Milliarden Dollar sollen zum Ausbau des Hafens für Hochseeschiffe bis 10.000 BRT investiert werden. Nahezu alle namhaften westlichen Firmen sind in Chongqing bereits vertreten, vor allem aus der Elektronik-  und IT-Industrie. Chongqing ist mit 90 Universitäten auch eine der bedeutenden Bildungsstätten Chinas.

Aufgrund des hügeligen Geländes sieht man in Chongqing nur wenige Fahrräder, dafür aber viele Träger mit Schulterstangen, die wesentlich dazu beitragen, den Autoverkehr in Grenzen zu halten.


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