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Chengdu

Die Hauptstadt der Provinz Sechuan – bekannt für ihre scharfen Speisen – zählt mit  ca. 3,5 Millionen eher zu den kleineren Städten. Chengdu ist eine Stadt, die den Konsum liebt, und ihren Einwohnern sagt man nach, dass sie lieber in den Teehäusern sitzen als zu arbeiten. Es gibt sie noch, die Fahrräder, auch wenn die Autos in zunehmendem Masse das Strassenbild dominieren.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit für Touristen aus dem Westen ist  die Panda-Zuchtstation, die sich weltweit einen  Namen in der Forschung gemacht hat. Da Pandaweibchen nur einen Tag pro Jahr empfängnisbereit sind und Pandas grundsätzlich lieber fressen als an die Fortpflanzung zu denken, ist es keine leichte Aufgabe den Bestand zu erhalten oder sogar zu erweitern. Chengdu kann auf diesem Gebiet sehr erfreuliche Ergebnisse vorweisen. Mittels DNS-Untersuchungen wird sichergestellt, dass nur Pärchen zusammenkommen, die genetisch zueinander passen. Im Jahre 2003 wurden vier Pandababies geboren. Die Forschung bezieht sich aber auch auf die Ernährung. Da Pandas eigentlich nur Bambus fressen, dieser aber nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, wurden Stäbchen auf Sojabasis mit Bambusgeschmack entwickelt, die sich grösster Beliebtheit erfreuen.

gegenwärtig befinden sich zweiundvierzig Pandas auf dem Gelände der Zuchtstation. Pandaweibchen sind wie alle Mütter äusserst um ihren Nachwuchs bemüht, auch wenn die Erziehungsmethoden nicht immer den gewünschten Erfolg zeigen.

Daß Pandas nicht nur fressen und schlafen, ist an den beiden Halbwüchsigen - ca. 18 Monate alt - mit Vergnügen zu beobachten; immer nach dem Motto: was kann ich jetzt anstellen?

Das Pärchen hier soll eigentlich für Nachwuchs sorgen, gerät sich aber, sobald die letzten Stäbchen verzehrt sind, ins Fell.

Am Südufer des Jin-Flusses liegt der Flussblick-Park in dem der mehr als 30 m hohe Chongli-Pavillon durch seine auffallenden Ornamente besonders besticht. Der Park ist eine Erholungsanlage und dient den traditionellen chinesischen Hochzeitsfotos als Kulisse. Der Park ist der Dichterin Xue Tao aus der Tang-Dynastie geweiht. Ihr zu Ehren wurden hier 130 verschiedene Bambussorten angepflanzt. Aus dem Brunnen soll sie das Wasser zur Herstellung ihres Papiers geschöpft haben.

Du Fus Strohhütte ist für jeden Chengdu-Besucher ein Muss. Du Fu war eigentlich Postbeamter in Xian. Durch seine sozialkritischen Gedichte war er gezwungen nach Chendu ins Exil zu fliehen, wo er drei Jahre lebte. Hier schrieb er seine bedeutendsten Gedichte. Für Chinesen hat er eine ähnliche Bedeutung wie Goethe für die Deutschen. Das Aussehen der Hütte, in der er angeblich wohnte, verändert ihr Aussehen bei Renovierungsarbeiten aber alle paar Jahre.

Chengdu ist auch berühmt für seine Brokatweberei. Den ältesten Webstühlen soll demnächst ein eigenes Museum zur Verfügung stehen.

Um 250 v.u.Z. wurde auf Anordnung des Provinzgouverneurs Li Bin der Verlauf des Min-Flusses, der häufig das Land überschwemmte, geteilt. So entstand ein Bewässerungssystem, das noch heute 600.000 Hektar Land im gesamten Sichuan-Becken mit Wasser versorgt. Die ursprüngliche Dammanlage ist nur noch als Nachbildung zu sehen und wurde durch ein Betonwerk ersetzt. Zur Anlage gehört auch ein sehr schöner Tempel, der dem Erbauer und seinem Sohn geweiht ist. Die gesamte Anlage ist als Weltkulturerbe von der UNESCO geschützt.


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